INHALTSSTOFF

Weihrauch-Extrakt für Hunde

Weihrauch ist mehr als der Duft im Gottesdienst. Das Harz des indischen Weihrauchbaums (Boswellia serrata) wird seit Jahrtausenden im Ayurveda zur Behandlung von Gelenkbeschwerden, Hauterkrankungen und Entzündungen eingesetzt. Heute weiß die Wissenschaft, dass die Wirkung vor allem auf einer Gruppe von Inhaltsstoffen beruht: den Boswelliasäuren.

Bei Hunden mit Gelenkverschleiß und Bewegungseinschränkungen gehört Weihrauch-Extrakt zu den pflanzlichen Klassikern. In einer Schweizer Praxisstudie zeigten 71 Prozent der teilnehmenden Hunde mit Gelenk- und Wirbelsäulenproblemen nach 2 Wochen Weihrauch-Gabe eine Verbesserung. Auch in Kombinationsstudien mit anderen Wirkstoffen verbessert Weihrauch die Bewegungsfunktion messbar.

Bild von einem Pulverhäufchen Weihrauch.

EIGENSCHAFTEN

Vorteile von Weihrauch-Extrakt

  • Boswelliasäuren als Leitsubstanzen

    Hochwertige Weihrauch-Extrakte sind auf den Gehalt an Boswelliasäuren standardisiert. Besonders wichtig ist 3-Acetyl-11-keto-beta-Boswelliasäure (AKBA), die als potentester Hemmer der 5-Lipoxygenase gilt, eines wichtigen Enzyms im Entzündungsstoffwechsel.

  • Studienlage bei Hunden

    In einer Schweizer Multicenter-Studie verbesserten sich 71 Prozent von 29 Hunden mit chronischen Gelenk- und Wirbelsäulenproblemen schon nach 2 Wochen Weihrauch-Gabe. In einer randomisierten Studie mit 20 Hunden zeigte sich, dass Weihrauch in Kombination mit Curcumin Gangbild und Bewegung über 90 Tage messbar verbessert.

  • Mechanismus über 5-Lipoxygenase

    Im Unterschied zu vielen anderen Entzündungshemmern wirken Boswelliasäuren vor allem über das 5-Lipoxygenase-System und nicht über die Cyclooxygenasen (COX). Das macht sie zu einer Ergänzung zu klassischen Schmerzmitteln, nicht zu deren Konkurrenz.

  • In der Regel gut verträglich

    Weihrauch-Extrakte gelten als gut verträglich, auch bei langfristiger Anwendung. In den Hundestudien wurden kaum Nebenwirkungen berichtet. Gelegentlich kann es zu leichten Magen-Darm-Beschwerden kommen, die sich meist von selbst geben.

  • Standardisierung als Qualitätsmerkmal

    Eine US-Studie an 9 Weihrauch-Produkten für Hunde zeigte: Die Gehalte an Boswelliasäuren schwanken zwischen den Produkten erheblich. Hochwertige Extrakte sind auf einen Mindestgehalt von Boswelliasäuren standardisiert und transparent deklariert.

STECKBRIEF

Was ist Weihrauch-Extrakt?

Boswellia serrata, auch indischer Weihrauchbaum genannt, gehört zur Familie der Burseraceae und wächst in den trockenen Hügelregionen Indiens und Nordafrikas. Verwendet wird das Harz, das nach Einritzen der Rinde aus dem Baum austritt und an der Luft zu hellgelben bis bräunlichen Tropfen erstarrt. Aus diesem Harz wird durch Extraktion ein konzentrierter Wirkstoff gewonnen. Andere wichtige Weihrauch-Arten sind Boswellia carteri und Boswellia sacra aus dem Oman und Somalia.

Im Ayurveda heißt Weihrauch Salai Guggul oder Shallaki und wird traditionell bei Beschwerden des Bewegungsapparats verwendet. Die moderne pharmakologische Forschung an Boswellia-Extrakten begann in den 1990er-Jahren. Heute sind Weihrauch-Präparate in vielen Ländern als pflanzliche Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel etabliert, in der EU als traditionelles pflanzliches Arzneimittel anerkannt.

Das Harz enthält mehr als 200 verschiedene Inhaltsstoffe. Im Vordergrund stehen vier Hauptgruppen: pentazyklische Triterpensäuren (vor allem Boswelliasäuren wie KBA und AKBA), tetrazyklische Triterpene, ätherische Öle und Polysaccharide. Boswelliasäuren wirken auf molekularer Ebene auf entzündliche Signalwege, hemmen die 5-Lipoxygenase, beeinflussen NF-κB und die Aktivität von Matrix-Metalloproteinasen. Das macht sie für die Gelenkgesundheit besonders interessant.

IN UNSEREN PRODUKTEN

Produkte mit Weihrauch-Extrakt

IN DER PRAXIS

Anwendung bei Hunden

Weihrauch-Extrakt wird Hunden meist als Pulver, Kapsel oder Tablette gegeben, oft als Bestandteil von Gelenkformeln. In der Schweizer Studie wurden 400 mg Boswellia-Harzextrakt pro 10 kg Körpergewicht einmal täglich über 6 Wochen verabreicht. Erste Effekte zeigen sich oft bereits nach 1 bis 2 Wochen, der volle Nutzen baut sich über mehrere Wochen auf. Die Anwendung mit fetthaltigem Futter verbessert die Bioverfügbarkeit der Boswelliasäuren.

Bei Hunden, die bereits Blutgerinnungshemmer oder Schmerzmittel bekommen, ist eine Rücksprache mit dem Tierarzt sinnvoll, da Wechselwirkungen denkbar sind. Bei trächtigen oder säugenden Hündinnen liegen keine ausreichenden Daten vor. Wichtig ist die Qualität des Extrakts: Standardisierung auf den Gehalt an Boswelliasäuren, am besten auch auf AKBA. Reines Weihrauchharz ohne Standardisierung kann sehr variable Wirkstoffgehalte haben.

UNSERE EINORDNUNG

Fazit

Bei DOG1 schätzen wir Weihrauch-Extrakt als bewährten pflanzlichen Baustein in Gelenkformeln. Die Datenlage bei Hunden ist solide, der Wirkmechanismus über die 5-Lipoxygenase ist gut untersucht und passt sinnvoll zu klassischen Gelenk-Wirkstoffen wie Glucosamin, Chondroitin und Kollagen. Wichtig sind die Qualität und Standardisierung, sonst stimmen die Effekte nicht mit den Erwartungen überein. Bei akuten Schmerzen oder schweren Gelenkerkrankungen führt der Weg zuerst zum Tierarzt. Als langfristige Begleitung ist Weihrauch ein verlässlicher Klassiker.

ZUM NACHLESEN

Quellen & Studien

  1. Reichling J., Schmökel H., Fitzi J., et al. (2004). Dietary support with Boswellia resin in canine inflammatory joint and spinal disease. Schweizer Archiv für Tierheilkunde, Vol. 146, Issue 2, pp. 71-79. 10.1024/0036-7281.146.2.71
  2. Caterino C., Aragosa F., Della Valle G., et al. (2021). Clinical efficacy of Curcuvet and Boswellic acid combined with conventional nutraceutical product: An aid to canine osteoarthritis. PLOS ONE, Vol. 16, Issue 5, Article e0252279. 10.1371/journal.pone.0252279
  3. Miscioscia E., Shmalberg J., Scott K. C. (2019). Measurement of 3-acetyl-11-keto-beta-boswellic acid and 11-keto-beta-boswellic acid in Boswellia serrata Supplements Administered to Dogs. BMC Veterinary Research, Vol. 15, Article 270. 10.1186/s12917-019-2021-7
  4. Sgorbini M., Marmugi M., Casini L., Vinattieri F. (2023). Management of Osteoarthritis and Joint Support Using Feed Supplements: A Scoping Review of Undenatured Type II Collagen and Boswellia serrata. Animals, Vol. 13, Issue 5, Article 870. 10.3390/ani13050870
  5. Majeed M., Nagabhushanam K., Lawrence L., et al. (2024). A standardized Boswellia serrata extract shows improvements in knee osteoarthritis within five days—a double-blind, randomized, three-arm, parallel-group, multi-center, placebo-controlled trial. Frontiers in Pharmacology, Vol. 15, Article 1428440. 10.3389/fphar.2024.1428440