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Teufelskralle für Hunde

Die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) stammt aus den Halbwüsten und Steppen Südafrikas und Namibias. Ihren furchterregenden Namen hat sie von ihren markanten, gekrümmten Hakenfrüchten, die sich an Tierfellen festklammern. Die für die Heilkunde wichtigen Inhaltsstoffe stecken aber nicht in den Früchten, sondern in den sekundären Wurzelknollen, die bis zu 1,5 Meter tief im Boden Wasser speichern.

Bei Hunden mit Gelenkbeschwerden gehört Teufelskralle seit Jahrzehnten zu den klassischen pflanzlichen Bausteinen. Die enthaltenen Iridoidglykoside, allen voran Harpagosid, können Entzündungssignale modulieren. Studien an Hunden mit Arthrose zeigen positive Effekte vor allem in Kombinationspräparaten mit anderen Wirkstoffen wie Weihrauch, Kollagen oder Omega-3.

Bild von einem Häufchen Teufelskrallenwurzel

EIGENSCHAFTEN

Vorteile von Teufelskralle

  • Harpagosid als Leitsubstanz

    Standardisierte Teufelskralle-Extrakte enthalten mindestens 1,2 bis 2,7 Prozent Harpagosid. Diese Iridoidglykoside gelten als die wichtigsten pharmakologisch aktiven Stoffe. Die Qualität eines Präparats hängt entscheidend vom Harpagosid-Gehalt ab.

  • Studienlage bei Gelenkerkrankungen

    Bei menschlichen Arthrose-Patienten zeigt Teufelskralle in mehreren placebokontrollierten Studien eine schmerzreduzierende Wirkung. In einer randomisierten Studie an 32 Hunden mit Arthrose verbesserte ein Pflanzen-Komplex mit Teufelskralle und Weihrauch die Bewegungsfunktion über 8 Wochen messbar.

  • Mechanismus über Entzündungssignale

    Laborstudien zeigen, dass Teufelskralle-Extrakte die Aktivierung von NF-κB und damit die Expression entzündungsfördernder Stoffe wie COX-2 und TNF-α hemmen können. Das erklärt die mögliche antientzündliche Wirkung auf molekularer Ebene.

  • Bitter im Geschmack

    Teufelskralle ist stark bitter. Das macht die Akzeptanz beim Hund manchmal schwierig. Verarbeitete Formen wie Kapseln, dragierte Tabletten oder Mischungen mit anderen Wirkstoffen sind oft praktikabler als reines Pulver.

  • Traditionelle Anwendung mit langer Geschichte

    In Südafrika wird Teufelskralle seit Jahrhunderten von den indigenen San- und Khoi-Völkern bei rheumatischen Beschwerden, Verdauungsproblemen und Schmerzen eingesetzt. In Europa ist sie seit dem 20. Jahrhundert als Phytotherapeutikum etabliert.

STECKBRIEF

Was ist Teufelskralle?

Harpagophytum procumbens ist eine niedrig wachsende, krautige Pflanze aus der Familie der Sesamgewächse. Sie bildet eine zentrale Pfahlwurzel mit seitlichen Knollen aus, die in der Trockenzeit als Wasserspeicher dienen. Wild kommt sie in den Kalahari-Regionen Südafrikas, Namibias und Botswanas vor. Für die Verwendung in der Phytotherapie werden ausschließlich die sekundären Wurzelknollen genutzt, nicht die Hauptwurzel.

Die Ernte erfolgt traditionell im Spätsommer, wenn die Wirkstoffkonzentration am höchsten ist. Wegen der zunehmenden kommerziellen Nutzung sind viele Bestände heute geschützt. Der Handel ist über das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) reguliert. Hochwertige Anbieter setzen auf nachhaltige Ernte und faire Handelsbeziehungen mit den lokalen Sammlerinnen und Sammlern.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Teufelskralle sind Iridoidglykoside, vor allem Harpagosid (1 bis 3 Prozent) und Harpagid, dazu kommen Phenolglykoside wie Acteosid, Flavonoide, Phytosterole und Triterpene. Standardisierte Extrakte werden auf den Harpagosid-Gehalt eingestellt. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) und die WHO haben Teufelskralle als pflanzliches Arzneimittel bei leichten Gelenkbeschwerden und allgemeinen muskuloskelettalen Beschwerden anerkannt.

IN UNSEREN PRODUKTEN

Produkte mit Teufelskralle

IN DER PRAXIS

Anwendung bei Hunden

Teufelskralle wird Hunden meist als Pulver, Granulat oder Kapsel mit dem Futter gegeben, oft in Kombination mit anderen Gelenk-Wirkstoffen. Übliche Tagesmengen liegen bei 25 bis 50 mg standardisierter Extrakt pro kg Körpergewicht. Erste Effekte zeigen sich in der Regel nach 2 bis 4 Wochen, der volle Effekt baut sich über 6 bis 8 Wochen auf. Eine langfristige Anwendung wird in der Tierpraxis häufig empfohlen.

Wichtig: Teufelskralle regt die Bildung von Magensaft und Gallensaft an. Bei Hunden mit Magengeschwüren, Magenschleimhautentzündungen, Gallensteinen oder Lebererkrankungen sollte sie nicht oder nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt eingesetzt werden. Bei trächtigen Hündinnen ist Teufelskralle wegen möglicher Wehen-anregender Effekte kontraindiziert. Auch bei gleichzeitiger Gabe von Schmerz- oder Gerinnungshemmern ist tierärztliche Abklärung angeraten.

UNSERE EINORDNUNG

Fazit

Bei DOG1 schätzen wir Teufelskralle als bewährten pflanzlichen Baustein bei Gelenkthemen. Die Studienlage ist solide, vor allem im Mensch und in Kombinationsstudien mit Hunden. Sie ersetzt keine tierärztliche Diagnose und keine Schmerztherapie bei akuten Beschwerden, aber als Teil einer ganzheitlichen Gelenkpflege für ältere Hunde oder Hunde mit beginnenden Steifheits-Anzeichen kann sie sinnvoll begleiten. Auf die Kombination mit anderen Wirkstoffen und auf gute Standardisierung legen wir Wert.

ZUM NACHLESEN

Quellen & Studien

  1. Moreau M., Lussier B., Pelletier J. P., et al. (2014). A medicinal herb-based natural health product improves the condition of a canine natural osteoarthritis model: A randomized placebo-controlled trial. Research in Veterinary Science, Vol. 97, Issue 3, pp. 574-581. 10.1016/j.rvsc.2014.09.011
  2. Brien S., Lewith G. T., McGregor G. (2006). Devil's Claw (Harpagophytum procumbens) as a Treatment for Osteoarthritis: A Review of Efficacy and Safety. Journal of Alternative and Complementary Medicine, Vol. 12, Issue 10, pp. 981-993. 10.1089/acm.2006.12.981
  3. Farpour H. R., Rajabi N., Ebrahimi B. (2021). The Efficacy of Harpagophytum procumbens (Teltonal) in Patients with Knee Osteoarthritis: A Randomized Active-Controlled Clinical Trial. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine, Vol. 2021, Article 5596892. 10.1155/2021/5596892
  4. Fiebich B. L., Muñoz E., Rose T., et al. (2012). Molecular targets of the anti-inflammatory Harpagophytum procumbens (devil's claw): Inhibition of TNFα and COX-2 gene expression by preventing activation of AP-1. Phytotherapy Research, Vol. 26, Issue 6, pp. 806-811. 10.1002/ptr.3636
  5. Brendler T. (2021). From Bush Medicine to Modern Phytopharmaceutical: A Bibliographic Review of Devil's Claw (Harpagophytum spp.). Pharmaceuticals, Vol. 14, Issue 8, Article 726. 10.3390/ph14080726