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Reishi für Hunde

Reishi (Ganoderma lucidum) ist einer der ältesten und am besten erforschten Heilpilze der Welt. In China und Japan wird er seit über 2.000 Jahren als „Pilz der Unsterblichkeit" oder „Lingzhi" bezeichnet. Mit Unsterblichkeit hat er natürlich nichts zu tun, aber Reishi gehört zu den klassischen Adaptogenen. Das sind Substanzen, die dem Körper helfen können, besser mit Belastung und Stress umzugehen.

Für Hunde wird Reishi vor allem in Beruhigungsformeln und Vitalpilz-Mischungen eingesetzt. Wenn dein Hund schnell aus dem Häuschen ist, viel Trubel im Alltag hat oder einfach ein eher unruhiges Naturell mitbringt, kann Reishi ein interessanter Begleiter sein. Die Wirkung ist sanft und baut sich über Wochen auf, nicht über Tage.

Bild von einem Häufchen Reishi Pilz.

EIGENSCHAFTEN

Vorteile von Reishi

  • Vielfältige Inhaltsstoffe

    Reishi enthält über 400 bioaktive Substanzen. Die wichtigsten sind Beta-Glucane (Polysaccharide), Triterpene (Ganodersäuren), Sterole und Spurenelemente wie Germanium. Die Kombination ist entscheidend, ein einzelner Wirkstoff erklärt die Effekte nicht.

  • Adaptogene Eigenschaften

    Adaptogene sind Substanzen, die dem Körper helfen können, besser mit Stress umzugehen. Reishi gehört neben Ashwagandha und Rhodiola zu den klassischen Adaptogenen. Effekte zeigen sich meist erst nach mehreren Wochen regelmäßiger Anwendung.

  • Studien zur Schlafqualität

    Studien an Mäusen zeigen, dass Reishi-Extrakte die Einschlafzeit verkürzen und die Gesamtschlafzeit verlängern können. Eine 2021 in Scientific Reports veröffentlichte Studie deutet auf eine Wirkung über die Darm-Hirn-Achse und das Serotonin-System hin.

  • Unterstützung der Stressresilienz

    In Tiermodellen zeigt Reishi-Extrakt entzündungsmodulierende und angstlösende Effekte. Die Wirkung wird unter anderem mit der Modulation der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse erklärt, also genau dem System, das auch Cortisol-Ausschüttung regelt.

  • Studienlage primär bei Mensch und Tiermodell

    Die meisten klinischen Studien zu Reishi stammen aus der Humanmedizin und aus Tiermodellen mit Mäusen und Ratten. Direkte placebokontrollierte Hundestudien sind selten. Die Übertragbarkeit der Mechanismen auf den Hund ist plausibel.

STECKBRIEF

Was ist Reishi?

Ganoderma lucidum ist ein holzbewohnender Pilz aus der Familie der Lackporlinge. Charakteristisch ist seine glänzende, lackartig wirkende Oberfläche, der er auch den Namen „glänzender Lackporling" verdankt. In der Natur wächst er auf abgestorbenen Laubbäumen, vor allem auf Eichen. Für die Nahrungsergänzung wird er heute meist kultiviert, auf Holzsubstraten oder in geschlossenen Anlagen.

In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) gehört Reishi zu den hochrangigsten Pflanzen, klassifiziert als „obere" Klasse, also als Mittel, das langfristig die Vitalität fördern kann, ohne giftig zu sein. In der TCM-Sprache „nährt er das Shen", was sich frei mit „bringt den Geist zur Ruhe" übersetzen lässt. Diese traditionelle Anwendung deckt sich mit modernen Untersuchungen zu Schlaf und Stress.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind Polysaccharide, allen voran Beta-Glucane, die das Immunsystem modulieren können, und Triterpene wie die Ganodersäuren, die antientzündliche und beruhigende Effekte zeigen. Reishi wird in unterschiedlichen Qualitäten angeboten: als Fruchtkörper-Pulver, als Sporenextrakt, als Heißwasser-Extrakt oder als alkoholischer Doppelextrakt. Letzterer enthält sowohl die wasserlöslichen Polysaccharide als auch die fettlöslichen Triterpene.

IN UNSEREN PRODUKTEN

Produkte mit Reishi

IN DER PRAXIS

Anwendung bei Hunden

Reishi wird Hunden meist als Pulver oder Extrakt über das Futter gegeben, oft in Kombination mit anderen Vitalpilzen wie Hericium oder mit adaptogenen Pflanzen. Übliche Tagesmengen liegen bei 50 bis 100 mg Extrakt pro kg Körpergewicht, je nach Produkt und Standardisierung. Erste Effekte zeigen sich meist nach 2 bis 4 Wochen, der volle Nutzen baut sich über 8 bis 12 Wochen auf.

Reishi gilt als gut verträglich. Bei Hunden, die Blutgerinnungshemmer oder Immunsuppressiva bekommen, ist eine Rücksprache mit dem Tierarzt sinnvoll, da Reishi die Blutgerinnung und das Immunsystem beeinflussen kann. Vor geplanten Operationen sollte die Gabe pausiert werden. Bei trächtigen oder säugenden Hündinnen liegen keine ausreichenden Daten vor, hier gilt ebenfalls Rücksprache mit dem Tierarzt.

UNSERE EINORDNUNG

Fazit

Bei DOG1 mögen wir Reishi als sanften, langfristigen Begleiter für Hunde mit nervösem Naturell oder hoher Alltagsbelastung. Spektakuläre Sofort-Effekte solltest du nicht erwarten. Reishi arbeitet leise und braucht Zeit. In Beruhigungsformeln und Vitalpilz-Mischungen ist er ein etablierter Baustein, gut verträglich und mit Jahrtausenden traditioneller Anwendung im Rücken. Ein Hund mit ausgeprägter Angststörung braucht trotzdem Verhaltenstherapie und tierärztliche Beratung. Reishi ist ein Puzzleteil, nicht das ganze Bild.

ZUM NACHLESEN

Quellen & Studien

  1. Yao C., Wang Z., Jiang H., et al. (2021). Ganoderma lucidum promotes sleep through a gut microbiota-dependent and serotonin-involved pathway in mice. Scientific Reports, Vol. 11, Article 13660. 10.1038/s41598-021-92913-6
  2. Cui X. Y., Cui S. Y., Wang Z. J., et al. (2007). Anxiolytic-like and hypnotic-like activities of Ganoderma lucidum in mice. Journal of Ethnopharmacology, Vol. 110, Issue 3, pp. 580-583. 10.1016/j.jep.2006.11.037
  3. Chang S. T., Lin M. H., Lee Y. C., et al. (2020). Psychoactive Properties of Ganoderma lucidum (Reishi Mushroom). Frontiers in Pharmacology, Vol. 11, Article 584311. 10.3389/fphar.2020.584311
  4. Zhao H., Zhang Q., Zhao L., et al. (2019). Spore Powder of Ganoderma lucidum Improves Sleep Quality in a Pilot Study. Frontiers in Pharmacology, Vol. 10, Article 1391. 10.3389/fphar.2019.01391
  5. Wang L., Cai Y., Lin J., et al. (2024). Ganoderma lucidum spore extract improves sleep disturbances in a rat model of sporadic Alzheimer's disease. Frontiers in Pharmacology, Vol. 15, Article 1390294. 10.3389/fphar.2024.1390294