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Passionsblume für Hunde

Die Passionsblume (Passiflora incarnata) ist eine Kletterpflanze aus Nord- und Südamerika mit auffälligen, strahlenförmigen Blüten. Schon die indigene Bevölkerung nutzte sie traditionell bei Unruhe und Schlafproblemen. Heute ist sie eine der am besten untersuchten Heilpflanzen für entspannende Effekte und in vielen pflanzlichen Beruhigungsmitteln zu finden.

Bei Hunden kommt die Passionsblume oft dann ins Spiel, wenn dein Vierbeiner schnell unruhig wird, bei lauten Geräuschen Stress zeigt oder einfach ein eher nervöses Naturell hat. In Kombination mit Baldrian, L-Tryptophan oder Ashwagandha gehört sie zu den klassischen Bausteinen pflanzlicher Beruhigungsformeln, die nicht müde machen sollen.

Bild von einem Häufchen Passionsblumen.

EIGENSCHAFTEN

Vorteile von Passionsblume

  • Wirkstoffe der Pflanze

    Verwendet wird das Kraut der Passionsblume, also Stängel, Blätter und Blüten. Es enthält Flavonoide wie Vitexin und Isovitexin, geringe Mengen Alkaloide, Cumarine und auch die Aminosäure GABA selbst. Die genaue Wirkstoffkombination gilt als entscheidend.

  • Modulation des GABA-Systems

    Das GABA-System ist das wichtigste hemmende Botenstoff-System im Gehirn. In Zellkulturen konnte gezeigt werden, dass Passionsblumen-Extrakte die GABA-Aktivität an Nervenzellen modulieren. Das gilt als plausibler Mechanismus für die beobachteten Effekte auf Unruhe und Anspannung.

  • Studienlage primär beim Menschen

    Die meisten klinischen Studien zur Passionsblume wurden beim Menschen durchgeführt. Sie zeigen Effekte bei generalisierter Angststörung, Prüfungsangst und vor Operationen. Direkte placebokontrollierte Hundestudien sind selten. Eine Übertragung der Wirkmechanismen ist aber plausibel.

  • Nicht sedierend

    Im Unterschied zu klassischen Beruhigungsmitteln wird Passionsblume in den üblichen Dosierungen nicht als müde machend erlebt. Ziel ist Gelassenheit ohne Sedierung. Dein Hund soll ruhiger werden, aber weiter aufmerksam und ansprechbar bleiben.

  • Lange traditionelle Anwendung

    Die Passionsblume gehört zu den ältesten dokumentierten pflanzlichen Beruhigungsmitteln. In Europa ist sie als pflanzliches Arzneimittel zugelassen. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat 2014 eine offizielle Monografie zur traditionellen Anwendung veröffentlicht.

STECKBRIEF

Was ist Passionsblume?

Passiflora incarnata ist eine in Nordamerika beheimatete Kletterpflanze aus der Familie der Passionsblumengewächse. Sie kann mehrere Meter hoch wachsen und trägt im Sommer ihre charakteristischen Blüten mit feinen, fadenförmigen Strahlenkronen. In Deutschland wird sie als Zier- und Heilpflanze kultiviert. Für die Herstellung pflanzlicher Präparate wird das Kraut zur Blütezeit geerntet und schonend getrocknet.

Die getrocknete Pflanze enthält über 40 verschiedene Inhaltsstoffe. Im Vordergrund stehen die Flavonoide, vor allem Vitexin, Isovitexin, Orientin und Schaftosid. Daneben finden sich Spuren von Maltol, harmanähnlichen Alkaloiden, ätherischen Ölen, Aminosäuren wie GABA und Glycin sowie Polysaccharide. Die wissenschaftliche Diskussion darüber, welche dieser Stoffe für die Wirkung verantwortlich sind, läuft seit Jahren. Vermutlich ist es das Zusammenspiel mehrerer Komponenten.

In der Veterinärphytotherapie wird Passiflora bei Unruhe, Angstzuständen, Stress vor stressigen Situationen und in Beruhigungsmischungen eingesetzt. Sie zählt zu den traditionellen pflanzlichen Mitteln, deren Anwendung beim Menschen durch die EMA und die HMPC (Committee on Herbal Medicinal Products) offiziell anerkannt ist. Bei Hunden basiert die Anwendung auf einer langen praktischen Erfahrung und auf der Übertragbarkeit der Mechanismen, weniger auf großen Hundestudien.

IN UNSEREN PRODUKTEN

Produkte mit Passionsblume

IN DER PRAXIS

Anwendung bei Hunden

Passionsblume wird Hunden meist als getrocknetes Kraut, als Extrakt in Pulverform oder in funktionalen Snacks gegeben. In Beruhigungsformeln wird sie oft mit Baldrian, L-Tryptophan oder Ashwagandha kombiniert, um verschiedene Stress-Ansatzpunkte abzudecken. Mit ersten Effekten ist nach 1 bis 2 Wochen zu rechnen, der volle Effekt baut sich über 3 bis 4 Wochen auf.

Bei Hunden, die bereits Beruhigungs- oder Schmerzmittel bekommen, solltest du die Gabe mit dem Tierarzt abklären, da sich die Effekte verstärken können. Auch bei trächtigen oder säugenden Hündinnen ist Vorsicht geboten. Passionsblume gilt insgesamt als gut verträglich. Bei akuten Angstanfällen wie Silvester ist eine längerfristige Vorbereitung sinnvoller als eine einmalige Gabe kurz vor dem Ereignis.

UNSERE EINORDNUNG

Fazit

Bei DOG1 schätzen wir Passionsblume als bewährte pflanzliche Begleitung in Beruhigungsformeln. Die Studienlage stammt überwiegend vom Menschen, der Mechanismus über das GABA-System ist aber gut untersucht. Für Hunde mit nervösem Naturell oder Stress in bestimmten Situationen kann sie eine sinnvolle pflanzliche Unterstützung sein. Ein Hund mit ausgeprägter Angststörung braucht Verhaltenstherapie und tierärztliche Beratung. Die Passionsblume ist ein Baustein, kein Ersatz.

ZUM NACHLESEN

Quellen & Studien

  1. Janda K., Wojtkowska K., Jakubczyk K., et al. (2020). Passiflora incarnata in Neuropsychiatric Disorders—A Systematic Review. Nutrients, Vol. 12, Issue 12, Article 3894. 10.3390/nu12123894
  2. Appel K., Rose T., Fiebich B., et al. (2011). Passiflora incarnata L. (Passionflower) extracts elicit GABA currents in hippocampal neurons in vitro, and show anxiogenic and anticonvulsant effects in vivo, varying with extraction method. Phytomedicine, Vol. 17, Issue 12, pp. 940-949. 10.1016/j.phymed.2010.03.002
  3. Kavimani M., Salwe K. J., Joshi A. S., et al. (2024). Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled, Clinical Study of Passiflora incarnata in Participants With Stress and Sleep Problems. Cureus, Vol. 16, Issue 3, Article e56530. 10.7759/cureus.56530
  4. Mazza M., Kotzalidis G. D., Vento A. E., et al. (2023). Add-On Treatment with Passiflora incarnata L., herba, during Benzodiazepine Tapering in Patients with Depression and Anxiety: A Real-World Study. Pharmaceuticals, Vol. 16, Issue 3, Article 426. 10.3390/ph16030426
  5. Pereira G. R. C., Couto N. T., De Mesquita J. F. (2025). A Systematic Review of Neurobiological Mechanisms of Passiflora: Beyond GABA Modulation. Neuroglia, Vol. 5, Issue 3, Article 21. 10.3390/neuroglia5030021