MCT steht für mittelkettige Triglyceride, englisch medium-chain triglycerides. Das sind Fette, deren Fettsäuren eine mittlere Kettenlänge haben, meist mit acht bis zwölf Kohlenstoffatomen. Gewonnen werden sie überwiegend aus Kokosöl, das von Natur aus reich an diesen Fettsäuren ist.
Der Unterschied zu normalem Fett liegt in der Verarbeitung im Körper. Lange Fettketten müssen erst mühsam zerlegt und über die Lymphe transportiert werden. Mittelkettige Fettsäuren nehmen eine Abkürzung: Sie gelangen direkt über das Blut zur Leber. Weil dieser Weg so unkompliziert ist, belastet MCT auch einen empfindlichen oder gereizten Darm nur wenig, was es zu einer sinnvollen Zutat in einer Darmkur macht.
Unter MCT fasst man mehrere mittelkettige Fettsäuren zusammen, vor allem Capryl- (C8), Caprin- (C10) und Laurinsäure (C12). Besonders die Laurinsäure, die reichlich in der Kokosnuss steckt, ist interessant: Sie zeigt in Laborversuchen und in der Nutztierfütterung eine hemmende Wirkung auf bestimmte unerwünschte Darmkeime. Wie viel C12 in einem MCT steckt, hängt allerdings stark von Herkunft und Verarbeitung ab. Wichtig zur Einordnung: Diese Effekte sind bisher vor allem im Labor und bei Nutztieren beschrieben, nicht in Studien am Hund.
In der Leber werden die Fettsäuren schnell zu Energie oder zu sogenannten Ketonkörpern umgebaut. Diese Ketone sind auch der Grund, warum MCT in der Senior-Ernährung Beachtung findet: Das alternde Gehirn kann Zucker oft nicht mehr so gut verwerten, Ketone dagegen schon. In randomisierten Studien an älteren Hunden verbesserte eine MCT-haltige Fütterung messbar die kognitive Leistung.
Für uns als Hundemenschen ist MCT damit eine vielseitige Zutat: ein natürliches Fett aus der Kokosnuss, das den Darm schont und dessen Nutzen fürs alternde Gehirn sogar in Studien untersucht ist.