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Kurkuma für Hunde

Kurkuma kennst du wahrscheinlich als das leuchtend gelbe Gewürz aus dem Currypulver. In Indien wird die Wurzel seit über 4.000 Jahren nicht nur in der Küche, sondern auch in der ayurvedischen Heilkunde verwendet. Der wichtigste Inhaltsstoff heißt Curcumin und gehört zur Familie der Polyphenole. Er ist für die intensive Farbe der Wurzel und für die meisten pharmakologischen Effekte verantwortlich.

Curcumin kann die Aktivität bestimmter Enzyme und Signalwege beeinflussen, die im Körper an Entzündungsprozessen beteiligt sind, allen voran NF-κB und die Cyclooxygenasen. Bei Hunden mit Gelenkverschleiß kommt Kurkuma deshalb gerne als pflanzliche Begleitung zum Einsatz. Wichtig dabei: Curcumin allein ist nur schwer bioverfügbar. Hochwertige Präparate setzen daher auf spezielle Formulierungen.

Bild von einem oragenen Pulverhäufchen Kurkuma

EIGENSCHAFTEN

Vorteile von Kurkuma

  • Wirkstoff Curcumin

    Kurkuma (Curcuma longa) enthält 2 bis 5 Prozent Curcumin und verwandte Curcuminoide. Diese gelben Pflanzenstoffe sind die wichtigsten pharmakologisch aktiven Bestandteile der Wurzel.

  • Modulator von Entzündungssignalen

    Curcumin kann mehrere Signalwege beeinflussen, die an Entzündungsprozessen beteiligt sind, darunter NF-κB, COX-2 und verschiedene Zytokine wie TNF-α. In einer Studie an arthrosekranken Hunden zeigten sich nach 20 Tagen ähnliche Effekte wie bei NSAIDs.

  • Bioverfügbarkeit als Knackpunkt

    Reines Curcumin wird im Darm nur schlecht aufgenommen. Hochwertige Produkte setzen daher auf Mizellen, Liposomen, Phytosomen oder spezielle Extrakte wie Turmacin, die die Aufnahme deutlich verbessern können.

  • Studienlage bei Hunden mit Arthrose

    Mehrere placebokontrollierte Studien an Hunden zeigen, dass Curcumin-haltige Mischungen Schmerz- und Mobilitätsscores verbessern können. Eine Studie mit Curcumin C3 Complex plus Glucosamin/Chondroitin senkte bei Polizeihunden Schmerzwerte und Entzündungsmarker.

  • Antioxidative Wirkung

    Neben dem Effekt auf Entzündungssignale wirkt Curcumin auch als Antioxidans. Es kann freie Radikale neutralisieren und körpereigene Schutzenzyme wie Glutathionperoxidase und Superoxiddismutase aktivieren.

STECKBRIEF

Was ist Kurkuma?

Kurkuma (Curcuma longa), auch Gelbwurzel oder Indischer Safran genannt, ist eine Staude aus der Familie der Ingwergewächse. Verwendet wird der Wurzelstock, also das unterirdische Rhizom. Es enthält neben Curcumin etwa 200 weitere Inhaltsstoffe, darunter ätherische Öle wie Turmeron, sowie Polysaccharide wie die Turmerosaccharide.

Die Wirkung von Curcumin wird seit Jahrzehnten intensiv erforscht. Es kann an mehreren Stellen im Körper Entzündungssignale modulieren, oxidativen Stress reduzieren und Knorpel-abbauende Enzyme wie Matrix-Metalloproteinasen (MMP) hemmen. In der Theorie ist Curcumin damit ein hochinteressanter Wirkstoff für die Gelenkgesundheit. In der Praxis ist die geringe Bioverfügbarkeit aber ein Problem.

Curcumin ist fettlöslich und wird vom Körper schnell abgebaut. Reines Kurkuma-Pulver kommt deshalb kaum dort an, wo es wirken soll. Moderne Formulierungen versuchen, dieses Problem zu lösen: Mizellen-Curcumin, Liposomen, Phytosomen oder die Kombination mit Piperin aus schwarzem Pfeffer können die Aufnahme um ein Vielfaches steigern. Auch wasserlösliche Extrakte wie Turmacin, die auf Turmerosaccharide statt auf Curcuminoide setzen, sind ein interessanter Ansatz.

IN UNSEREN PRODUKTEN

Produkte mit Kurkuma

IN DER PRAXIS

Anwendung bei Hunden

Kurkuma wird Hunden als Pulver, Paste („Golden Paste") oder in Form bioverfügbarer Extrakte gegeben. Übliche Tagesmengen für Hunde liegen bei 1 bis 3 g Kurkuma-Pulver, je nach Größe. Bei standardisierten Extrakten richtet sich die Dosierung nach dem Curcumin-Gehalt. Eine schrittweise Einführung ist sinnvoll. Curcumin sollte zusammen mit Fett gegeben werden, weil es fettlöslich ist.

Curcumin kann die Wirkung von Blutgerinnungshemmern verstärken und mit bestimmten Medikamenten interagieren, etwa mit NSAIDs oder Diabetes-Medikamenten. Hunde mit Gallensteinen, Lebererkrankungen oder vor geplanten Operationen sollten Kurkuma nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt bekommen. Auch bei trächtigen oder säugenden Hündinnen ist eine Abklärung angeraten. In sehr hohen Dosen kann Kurkuma Magenprobleme auslösen.

UNSERE EINORDNUNG

Fazit

Bei DOG1 ist Kurkuma ein interessanter, aber kein einfacher Wirkstoff. Die theoretische Wirkung von Curcumin ist beeindruckend, in der Praxis steht und fällt der Effekt mit der Bioverfügbarkeit. Mit dem richtigen Extrakt kann Kurkuma bei Hunden mit Gelenkbeschwerden eine sinnvolle pflanzliche Begleitung sein. Wir setzen es gerne in Kombination mit Glucosamin, Chondroitin, Grünlippmuschel oder Kollagen ein. Als alleinige Lösung bei akuten Schmerzen ersetzt Kurkuma keine tierärztliche Behandlung.

ZUM NACHLESEN

Quellen & Studien

  1. Colitti M., Gaspardo B., Della Pria A., et al. (2012). Transcriptome modification of white blood cells after dietary administration of curcumin and non-steroidal anti-inflammatory drug in osteoarthritic affected dogs. Veterinary Immunology and Immunopathology, Vol. 147, Issue 3-4, pp. 136-146. 10.1016/j.vetimm.2012.04.001
  2. Comblain F., Serisier S., Barthelemy N., et al. (2017). A randomized, double-blind, prospective, placebo-controlled study of the efficacy of a diet supplemented with curcuminoids extract, hydrolyzed collagen and green tea extract in dogs with osteoarthritis. BMC Veterinary Research, Vol. 13, Article 395. 10.1186/s12917-017-1317-8
  3. Mohanty S., Sahoo A. K., Krishna S. B. N., et al. (2025). A Nutritional Supplement Containing Curcumin C3 Complex, Glucosamine, and Chondroitin Alleviates Osteoarthritis in Mice and Canines. Veterinary Sciences, Vol. 12, Issue 5, Article 462. 10.3390/vetsci12050462
  4. Sharma A., Sengupta K., Talari S., et al. (2026). Protective effects of turmerosaccharides rich extract of Curcuma longa L. in osteoarthritic dogs. Frontiers in Veterinary Science, Vol. 13, Article 1536366. 10.3389/fvets.2026.1536366
  5. Zeng L., Yu G., Hao W., et al. (2021). The efficacy and safety of Curcuma longa extract and curcumin supplements on osteoarthritis: a systematic review and meta-analysis. Bioscience Reports, Vol. 41, Issue 6, Article BSR20210817. 10.1042/BSR20210817