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Hericium für Hunde

Hericium erinaceus, auch Igelstachelbart oder Löwenmähne genannt, ist ein außergewöhnlicher Speise- und Heilpilz. Mit seinen langen weißen Stacheln sieht er aus wie ein hängender Eisbärenkopf. In der traditionellen chinesischen Medizin wird er seit Jahrhunderten bei Verdauungsproblemen und zur Stärkung des Nervensystems eingesetzt.

Die moderne Forschung interessiert sich vor allem für seine Inhaltsstoffe Hericenone und Erinacine. Beide können die Bildung des Nervenwachstumsfaktors NGF anregen, also einer Substanz, die für die Entwicklung und Funktion von Nervenzellen wichtig ist. Bei Hunden gibt es bisher keine eigenen Studien, aber die Forschung an Mäusen und Menschen weist auf interessante Effekte für Darm-Hirn-Achse, Nervensystem und Stimmung hin.

Bild von einem Häufchen Hericium Pilz.

EIGENSCHAFTEN

Vorteile von Hericium

  • Vitalpilz mit langer Tradition

    Hericium erinaceus wird in der traditionellen chinesischen und japanischen Medizin seit Jahrhunderten bei Magen-Darm-Beschwerden und zur Stärkung von Nerven und Gedächtnis verwendet.

  • Wirkstoffe Hericenone und Erinacine

    Aus dem Fruchtkörper kommen vor allem die Hericenone, aus dem Myzel die Erinacine. Beide Substanzgruppen können in Studien die Bildung des Nervenwachstumsfaktors NGF im Gehirn anregen.

  • Bezug zur Darm-Hirn-Achse

    Hericium enthält Beta-Glucane und andere Polysaccharide, die als Präbiotika wirken können. Über die Darm-Hirn-Achse beeinflussen sie nicht nur die Verdauung, sondern auch das Wohlbefinden.

  • Hinweise auf beruhigende Wirkung

    In einer Studie an Frauen mit milden depressiven Verstimmungen reduzierte sich nach 4 Wochen Hericium-Einnahme das Niveau von Angst- und Stresssymptomen. Mäuse-Modelle zeigen ebenfalls angstlösende Effekte.

  • Junge Forschung bei Hunden

    Studien zur Hericium-Wirkung wurden bisher überwiegend beim Menschen und in Tiermodellen wie Mäusen durchgeführt. Bei Hunden ist die Forschungslage dazu noch jung.

STECKBRIEF

Was ist Hericium?

Hericium erinaceus gehört zur Gruppe der Stachelbartverwandten und wächst weltweit auf alten Laubbäumen, vor allem auf Buchen und Eichen. In Europa ist er selten geworden und steht in einigen Ländern unter Naturschutz. Für die Nahrungsergänzung wird er heute in kontrollierter Kultur auf organischem Substrat gezüchtet.

Der Pilz besteht aus zwei Teilen: dem sichtbaren Fruchtkörper mit den charakteristischen Stacheln und dem unsichtbaren Myzel, dem Pilzgeflecht im Substrat. Beide enthalten unterschiedliche Wirkstoffe. Im Fruchtkörper finden sich die Hericenone, also aromatische Verbindungen, im Myzel die Erinacine, also Diterpene. Beide Stoffgruppen sind in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren und an Nervenzellen anzudocken.

In Studien an Mäusen und Menschen konnte gezeigt werden, dass Hericium die Produktion des Nervenwachstumsfaktors NGF und des verwandten Faktors BDNF anregen kann. Diese körpereigenen Substanzen sind für das Wachstum, die Erhaltung und die Regeneration von Nervenzellen wichtig. Zusätzlich enthält Hericium Polysaccharide, vor allem Beta-Glucane, die immunmodulierend wirken und als Präbiotika die Darmflora unterstützen können.

IN UNSEREN PRODUKTEN

Produkte mit Hericium

IN DER PRAXIS

Anwendung bei Hunden

Hericium wird Hunden als Pulver oder standardisierter Extrakt verabreicht, in der Regel einmal täglich zum Futter. Wichtig ist eine schonende Verarbeitung, damit die empfindlichen Wirkstoffe erhalten bleiben. Hochwertige Produkte basieren auf dem ganzen Pilz oder einem heißwasserextrahierten Konzentrat. Mit ersten Effekten ist nach etwa 2 bis 4 Wochen zu rechnen.

Hericium gilt als sehr gut verträglich. In seltenen Fällen kann es zu leichten Verdauungsproblemen kommen. Hunde mit bekannter Pilzallergie sollten den Vitalpilz nicht bekommen. Auch bei Hunden mit Blutgerinnungsstörungen oder vor geplanten Operationen ist Vorsicht geboten, da Beta-Glucane theoretisch die Blutgerinnung beeinflussen können. Bei deutlichen Verhaltensauffälligkeiten oder Verdauungsproblemen gehört dein Hund zunächst zum Tierarzt.

UNSERE EINORDNUNG

Fazit

Bei DOG1 schätzen wir Hericium als spannenden Wirkstoff an der Schnittstelle von Darm und Nervensystem. Die Studienlage stammt überwiegend aus der Human- und Mäuseforschung, hundespezifische Untersuchungen fehlen noch. Trotzdem überzeugen uns der klare Wirkmechanismus über NGF und die guten Erfahrungen aus der Praxis. Hericium ist kein Beruhigungsmittel im klassischen Sinn, sondern eher ein Langzeit-Baustein, der zur Stabilität des Nervensystems beitragen kann.

ZUM NACHLESEN

Quellen & Studien

  1. Mori K., Inatomi S., Ouchi K., et al. (2009). Improving effects of the mushroom Yamabushitake (Hericium erinaceus) on mild cognitive impairment: a double-blind placebo-controlled clinical trial. Phytotherapy Research, Vol. 23, Issue 3, pp. 367-372. 10.1002/ptr.2634
  2. Nagano M., Shimizu K., Kondo R., et al. (2010). Reduction of depression and anxiety by 4 weeks Hericium erinaceus intake. Biomedical Research, Vol. 31, Issue 4, pp. 231-237. 10.2220/biomedres.31.231
  3. Rodriguez M. N., Lippi S. L. P. (2022). Lion's Mane (Hericium erinaceus) Exerts Anxiolytic Effects in the rTg4510 Tau Mouse Model. Behavioral Sciences, Vol. 12, Issue 7, Article 235. 10.3390/bs12070235
  4. Szućko-Kociuba I., Trzeciak-Ryczek A., Kupnicka P., Chlubek D. (2023). Neurotrophic and Neuroprotective Effects of Hericium erinaceus. International Journal of Molecular Sciences, Vol. 24, Issue 21, Article 15960. 10.3390/ijms242115960
  5. Li I.-C., Lee L.-Y., Tzeng T.-T., et al. (2018). Neurohealth Properties of Hericium erinaceus Mycelia Enriched with Erinacines. Behavioural Neurology, Vol. 2018, Article 5802634. 10.1155/2018/5802634