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Chicorée für Hunde

Chicorée kennst du wahrscheinlich aus dem Gemüseregal. Als Wirkstoff für Hunde steckt der eigentliche Wert aber in der Wurzel: Sie ist eine der reichsten natürlichen Quellen für Inulin und Fructo-Oligosaccharide, kurz FOS. Beide gehören zu den präbiotischen Ballaststoffen, die Hunde nicht selbst verdauen können.

Stattdessen wandern Inulin und FOS unverändert in den Dickdarm und dienen dort den guten Darmbakterien als Nahrung. Wenn diese Bakterien gut versorgt sind, produzieren sie kurzkettige Fettsäuren, die die Darmwand pflegen und das Mikrobiom stabil halten. Für die Verdauung deines Hundes kann das einen echten Unterschied machen, gerade bei empfindlichem Bauch oder weichem Stuhl.

Bild von einem Häufchen kleingeschnittenem Chicorée

EIGENSCHAFTEN

Vorteile von Chicorée

  • Reich an Inulin und FOS

    Die Chicorée-Wurzel enthält in der Trockenmasse 42 bis 68 Prozent Inulin und kurzkettige Fructo-Oligosaccharide. Damit gehört sie zu den natürlichen Spitzenquellen für präbiotische Ballaststoffe.

  • Futter für die guten Darmbakterien

    FOS und Inulin werden im Dickdarm gezielt von Bifidobakterien und Laktobazillen fermentiert. Diese Bakterien gelten als gesundheitsförderlich und können unerwünschte Keime in Schach halten.

  • Kurzkettige Fettsäuren als Bonus

    Bei der Fermentation entstehen kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat, Propionat und Acetat. Sie sind eine wichtige Energiequelle für die Zellen der Darmschleimhaut und können die Darmbarriere stärken.

  • Polyphenole als Bonus-Wirkstoffe

    Anders als rein extrahiertes Inulin liefert Chicorée-Wurzel auch Polyphenole und Sesquiterpene. Diese Pflanzenstoffe können antioxidative Effekte beisteuern.

  • Studienlage bei Hunden

    Mehrere Untersuchungen zeigen, dass Chicorée-Wurzelpulver die Darmflora von Hunden günstig verändern und die Produktion kurzkettiger Fettsäuren steigern kann.

STECKBRIEF

Was ist Chicorée?

Chicorée (Cichorium intybus) ist eine ausdauernde Pflanze aus der Familie der Korbblütler. Während wir im Salat meist die hellen Blätter essen, liegt der für die Tierernährung interessante Teil in der Wurzel. Sie ist neben der Topinambur-Knolle die wichtigste natürliche Quelle für Inulin und FOS, also langkettige und kurzkettige Fruchtzuckerverbindungen.

Inulin und FOS gehören chemisch zur Gruppe der Fructane. Hunde besitzen die nötigen Enzyme nicht, um diese Ballaststoffe im Dünndarm zu verdauen. Daher gelangen sie unverändert in den Dickdarm und dienen dort als Futter für die Mikroorganismen der Darmflora, vor allem für Bifidobakterien und Laktobazillen. Diese gezielte Förderung nennt man Präbiotik.

Schon in der Antike wurde Chicorée als Heilpflanze geschätzt. In Notzeiten dienten geröstete Chicorée-Wurzeln auch als Kaffee-Ersatz. Heute wird die Wurzel industriell zur Gewinnung von Inulin angebaut, das in vielen funktionellen Lebensmitteln und Tierfuttern als Ballaststoff- und Präbiotik-Zutat verwendet wird. In der Hundenahrungsergänzung kommt sowohl reines Inulin als auch ganzes Chicorée-Wurzelpulver zum Einsatz.

IN UNSEREN PRODUKTEN

Produkte mit Chicorée

IN DER PRAXIS

Anwendung bei Hunden

Chicorée-Wurzelpulver wird Hunden über das Futter gegeben, meist in kleinen Mengen von 0,5 bis 2 Prozent der Tagesration. Eine schrittweise Einführung ist wichtig, denn der Darm muss sich an die zusätzlichen Fasern gewöhnen. Bei zu schneller Steigerung kann es vorübergehend zu Blähungen oder weicherem Kot kommen.

Hunde mit akuten Magen-Darm-Erkrankungen oder einer Reizdarmproblematik sollten Chicorée nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt bekommen. Auch bei Hunden mit Fructose-Intoleranz ist Vorsicht geboten, da Inulin und FOS aus Fruchtzuckereinheiten aufgebaut sind. In Kombination mit Probiotika können Chicorée-Fasern besonders gut wirken, weil beide am gleichen Hebel ansetzen.

UNSERE EINORDNUNG

Fazit

Bei DOG1 schätzen wir Chicorée als bewährte und vergleichsweise milde Präbiotik-Quelle. Inulin und FOS sind gut erforscht und arbeiten dort, wo die Darmgesundheit ihren Ursprung hat: bei der Mikrobiota im Dickdarm. Eine schlechte Fütterung gleicht Chicorée nicht aus. In einer ausgewogenen Ergänzung kann er aber einen sichtbaren Beitrag leisten, etwa zu festerem Stuhlgang, weniger Bauchgrummeln und einem stabileren Mikrobiom.

ZUM NACHLESEN

Quellen & Studien

  1. Garcia-Mazcorro J. F., Barcenas-Walls J. R., Suchodolski J. S., Steiner J. M. (2017). Molecular assessment of the fecal microbiota in healthy cats and dogs before and during supplementation with fructo-oligosaccharides (FOS) and inulin using high-throughput 454-pyrosequencing. PeerJ, Vol. 5, Article e3184. 10.7717/peerj.3184
  2. Alexander C., Cross T. L., Devendran S., et al. (2018). Effects of prebiotic inulin-type fructans on blood metabolite and hormone concentrations and faecal microbiota and metabolites in overweight dogs. British Journal of Nutrition, Vol. 120, Issue 6, pp. 711-720. 10.1017/S0007114518001952
  3. Gibson G. R., Hutkins R., Sanders M. E., et al. (2017). The International Scientific Association for Probiotics and Prebiotics (ISAPP) consensus statement on the definition and scope of prebiotics. Nature Reviews Gastroenterology & Hepatology, Vol. 14, Issue 8, pp. 491-502. 10.1038/nrgastro.2017.75
  4. Roberfroid M. B. (2007). Inulin-type fructans: functional food ingredients. Journal of Nutrition, Vol. 137, Issue 11 Suppl, pp. 2493S-2502S. 10.1093/jn/137.11.2493S