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Baldrianwurzel für Hunde

Baldrian (Valeriana officinalis) gehört zu den ältesten Heilpflanzen Europas und wird seit der Antike als beruhigendes Kraut geschätzt. Schon im Mittelalter wurde die unscheinbare Wurzel mit dem auffällig erdigen Geruch bei innerer Unruhe und Schlafproblemen eingesetzt.

Heute kennt die Forschung den Mechanismus genauer: Wirkstoffe wie die Valerensäure docken an GABA-Rezeptoren im Gehirn an. GABA ist der wichtigste „Bremse"-Botenstoff des Nervensystems. Bei Hunden, die zu Unruhe, Anspannung oder Geräuschempfindlichkeit neigen, kann Baldrian helfen, das Erregungslevel sanft herunterzufahren. Anders als ein klassisches Beruhigungsmittel macht er dabei nicht müde oder schläfrig.

Bild von einem Häufchen Baldrianwurzel.

EIGENSCHAFTEN

Vorteile von Baldrianwurzel

  • Pflanzliche Beruhigung

    Baldrianwurzel zählt zu den klassischen Beruhigungsmitteln aus der Pflanzenheilkunde. Verantwortlich für die entspannende Wirkung ist vor allem die Valerensäure aus der Wurzel.

  • Wirkt über das GABA-System

    Valerensäure dockt an GABA-A-Rezeptoren im Gehirn an. GABA ist der zentrale beruhigende Botenstoff des Nervensystems. Das Wirkprinzip ähnelt dem mancher Beruhigungsmedikamente, ist aber deutlich milder.

  • Beruhigend ohne starke Müdigkeit

    Im Gegensatz zu vielen Schlafmitteln macht Baldrian nicht stark müde. Studien an Mäusen und Ratten zeigen angstlösende Effekte, ohne dass die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt wird.

  • Geeignet bei akutem Stress

    Baldrian kann anlassbezogen eingesetzt werden, etwa vor Silvester, Gewittern oder Autofahrten. Erste Effekte zeigen sich oft schon nach 30 bis 60 Minuten.

  • Klassische Kombination mit Hopfen

    Häufig wird Baldrian mit Hopfen, Melisse oder Passionsblume kombiniert. Solche Mischungen können sich ergänzen und die beruhigende Wirkung verstärken.

STECKBRIEF

Was ist Baldrianwurzel?

Baldrian (Valeriana officinalis) ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Geißblattgewächse. Sie wächst auf feuchten Wiesen und in Wäldern in ganz Europa und Westasien. Verwendet wird vor allem die Wurzel, die einen sehr eigenwilligen, leicht erdigen Geruch entwickelt, wenn sie getrocknet ist.

Schon in der antiken Medizin schätzten die Griechen und Römer Baldrian gegen Unruhe und Schlafstörungen. Im Mittelalter galt er in Europa als wichtiges Hausmittel. Ein interessantes Detail: Auf Katzen wirkt Baldrian wie Katzenminze, also stark anregend. Hunde dagegen reagieren auf den Geruch und die Inhaltsstoffe gelassen oder entspannt.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind die ätherischen Öle mit Valerensäure sowie Sesquiterpene und Iridoide. Die moderne Forschung konnte zeigen, dass Valerensäure als allosterischer Modulator an GABA-A-Rezeptoren wirkt, also genau an der Stelle im Gehirn, an der auch klassische Beruhigungsmittel ansetzen. Die Wirkung ist allerdings deutlich sanfter und macht in den üblichen Dosierungen nicht abhängig.

IN UNSEREN PRODUKTEN

Produkte mit Baldrianwurzel

IN DER PRAXIS

Anwendung bei Hunden

Baldrian wird Hunden als Pulver, Tinktur oder Bestandteil von Beruhigungssnacks gegeben. Bei akuten Stresssituationen wie Silvester, Gewitter oder Autofahrten wird er etwa 30 bis 60 Minuten vorher verabreicht. Für eine längerfristige Unterstützung kann er auch regelmäßig über mehrere Wochen gegeben werden.

Hunde mit Lebererkrankungen, trächtige oder säugende Hündinnen sowie sehr junge Welpen sollten Baldrian nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt bekommen. Wenn dein Hund bereits Medikamente einnimmt, die das Nervensystem beeinflussen (etwa Beruhigungs- oder Schmerzmittel), kläre die Anwendung vorher ab. In sehr hohen Dosen kann Baldrian aufdrehen statt beruhigen, weshalb die empfohlene Menge nicht überschritten werden sollte.

UNSERE EINORDNUNG

Fazit

Bei DOG1 schätzen wir Baldrian als verlässlichen pflanzlichen Baustein für unruhige Tage. Er ist gut erforscht, hat einen klaren Wirkmechanismus und wird seit Jahrhunderten erfolgreich eingesetzt. Ein Wundermittel ist Baldrian nicht. Bei massiven Angststörungen oder traumabedingten Verhaltensproblemen ersetzt er weder Verhaltenstherapie noch ein Gespräch mit dem Tierarzt. Sein Platz ist eher dort, wo dein Hund einfach etwas Hilfe braucht, um runterzukommen.

ZUM NACHLESEN

Quellen & Studien

  1. Khom S., Baburin I., Timin E., et al. (2007). Valerenic acid potentiates and inhibits GABA(A) receptors: molecular mechanism and subunit specificity. Neuropharmacology, Vol. 53, Issue 1, pp. 178-187. 10.1016/j.neuropharm.2007.04.018
  2. Benke D., Barberis A., Kopp S., et al. (2009). GABA(A) receptors as in vivo substrate for the anxiolytic action of valerenic acid, a major constituent of valerian root extracts. Neuropharmacology, Vol. 56, Issue 1, pp. 174-181. 10.1016/j.neuropharm.2008.06.013
  3. Murphy K., Kubin Z. J., Shepherd J. N., Ettinger R. H. (2010). Valeriana officinalis root extracts have potent anxiolytic effects in laboratory rats. Phytomedicine, Vol. 17, Issue 8-9, pp. 674-678. 10.1016/j.phymed.2009.10.020
  4. Hattesohl M., Feistel B., Sievers H., et al. (2008). Extracts of Valeriana officinalis L. s.l. show anxiolytic and antidepressant effects but neither sedative nor myorelaxant properties. Phytomedicine, Vol. 15, Issue 1-2, pp. 2-15. 10.1016/j.phymed.2007.11.027